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Arquebusier mit verziertem Wams | ![]() Spießträger mit verziertem Wams |
Das Wams aus dickem Wollstoff oder Büffelleder war die übliche Oberbekleidung der Landsknechte. Neben der normalen Funktion als Kleidungsstück erfüllte es auch eine - wenn auch eingeschränkte - Schutzfunktion. Wie auch die gesamte übrige Kleidung der Landsknechte zeigten auch die Wämser eine überladene Ornamentierung, welche von Schlitzen (die neben der gestalterischen Funktion auch den Vorteil hatten, daß das Wams bequemer bei Bewegungen war) Applikationen und Bändern bis zu eingeschnittenen Mustern ging. Die Wämser hatten entweder eine gerade "Knopfleiste" und waren geschnürt oder - wie auf den Bildern zu sehen - überlappend.
Diese Anleitung beschäftigt sich mit der Anfertigung eines Wamses in diesem "Cpt. Kirk"-Stil (Das grüne Leibchen. Ihr erinnert Euch ?) mit Schößen aus Wolle. Das Wams könnte genausogut auch aus Leder angefertigt werden. Aufgrund des hohen Lederpreises sollte man die Schnittmuster aber ganz genau auslegen, um möglichst wenig Verschnitt zu haben. Außerdem ist dabei zu bedenken, daß eine normale Nähmaschine zu schwach zum Vernähen von Leder ist.
Zur Anfertigung von Schnitten wurde beim Doublet schon eine Menge gesagt. Auch hier wird wieder eine ganz normale Weste als Schablone genommen und auf Packpapier übertragen. Die Schnitte des Hinter- und des Vorderteils werden jetzt bis zur Gürtellinie verlängert (siehe Abb. 1). Weiter wird die Knopfleiste bis unters Kinn gezogen und der überlappende Teil angesetzt wie auf Abb. 1 zu sehen. Dieser überlappende Teil sollte bis ca. 10 cm vor die spätere Seitennaht reichen. Wer will kann auch noch Schöße ansetzen. Hierbei kann der Kreativität freien Lauf gelassen werden.
Abb. 1
Das Schoßdesign in Abb. 1 soll nur ein Vorschlag sein. Entsprechende Landsknechtsabbildungen und Holzschnitte können Anregungen für eigene Entwürfe geben.
Die Schnitte werden dann auf den Wollstoff aufgesteckt (Für das Vorderteil den Stoff doppelt nehmen), angezeichnet und mit Saumzugabe rundrum (bis auf die Schöße und die Revers) ausgeschnitten.
Abb. 2
Die drei Teile werden jetzt wie auf Abb. 2 zu sehen vernäht (die Nähte sind blau eingezeichnet). Zur Sicherheit sollten auch bei einem dicken Wollstoff die Reversaußenkanten und die Schöße mit einem Zickzack-Stich umnäht werden, damit der Stoff später nicht ausfranst. Danach werden die Revers und der Kragen umgeschlagen (gestrichelte Linie in Abb. 2). Die Knickkante kann dann noch ca. 5 mm von der Kante entfernt abgesteppt werden.
Dies erhöht die Formstabilität des Revers insbesondere bei sehr dicken Wollstoffen. In jedem Fall sollte der Umschlag der Revers und des Kragens jedoch gebügelt werden, damit er nicht immer wieder zurückfällt.
Die Schulterstücke werden im Prinzip genauso gemacht wie beim Doublet, nur daß wir hier nur zwei und nicht vier Teile brauchen, da die Schulterlappen nicht ausgestopft werden. Folglich wird auch nur dort eine Saumzugabe gelassen, wo der Schulterlappen an den Ärmelausschnitt angenäht wird.
Bei der Gestaltung des Schulterstücks sind der Phantasie wieder kaum Grenzen gesetzt. Schlitze, eingeschnittene oder gar aufgestickte Ornamente: alles ist möglich. Auch hier leisten entsprechende Abbildungen oder Museumsbesuche wieder gute Dienste als Anregung. Am besten Ihr macht Euch einen Dummy aus Papier, den Ihr immer wieder an den Ärmelausschnitt haltet, bis Euch das Ergebnis gefällt.
Sind die Schulterlappen ausgeschnitten, werden sie fast wie ein Ärmel angenäht, d.h. Wams auf links ziehen, die Lappen mit der späteren Außenseite außen (also quasi auf rechts) in den Armausschnitt einführen, feststecken und annähen. Dabei säumt man sinnigerweise gleich den ganzen Ärmel mit.
Zur Verfügung gestellt von Dirk Rabenschlag von markoschenheim.de