Der Rüstungsschutz unter den Landsknechten war nicht sehr weit verbreitet aber variationsreich. Er reichte von einzelnen Plattenteilen über Kettenhemden/-kragen bis zum kompletten Feldharnisch. Da sich die deutschen Landsknechte an den Schweizern ein Vorbild nahmen, legten sie im Kampf mehr Wert auf Beweglichkeit als auf Schutz. Die Landsknechtsharnische (siehe Bild 1), oft von Doppelsöldnern und Offizieren getragen, bestanden aus einem Achselkragen, einfachen Brust- und Rückenteilen und mehrfach geschobenen Beintaschen. Optional wurde zum Harnisch auch eine Sturmhaube getragen. Der einfache Landsknecht trug aber meistens eine schlichte Brust- und Rückenplatte (siehe Bild 2).
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Bild 1: |
Bild 2: |
Der Helm war von besonderer Bedeutung und wurde von den Landsknechten am häufigsten als Schutzbewaffnung getragen. Besonders beliebt waren die Sturmhauben, die einen breiten Augenschirm hatten und deren beide Wangenklappen mit einem Riemen unter dem Kinn verbunden werden konnten. Der herabgezogene Nackenschutz war aus mehreren Schüben gefertigt und somit beweglich. Auch Hirnhauben wurden getragen, das waren kleine schüsselförmige Helme die nur den Schädel bedeckten und unter dem Barett getragen werden konnten.
Obwohl das Mußzeug gegen die neuen Waffen nicht mehr sonderlich geeignet war, kam es dennoch zum Einsatz. Oft wurde unter der Brustpanzerung aus alter Gewohnheit heraus noch ein Kettenhemd getragen. Besonders beliebt war anscheinend der Bischofsmantel ( siehe rechtes Bild ), ein Ringpanzerkragen, der um den Hals getragen wurde und bis unter die Brust herabreichte.
Am Rande seien noch die Überwämse aus derbem Leder ( siehe linkes Bild )erwähnt, die einen gewissen Schutz
( wenn auch nur minimal ) gegen Hiebe und Schnitte boten. Wie bei der gewöhnliche Kleidung wurden
diese Überwämse auch nach der Mode geschlitzt und verziert.
von Jürgen Ludwig