Normalerweise montiert ein Gürtler die Schnallen und Beschläge selbst an das Leder, Da die meisten Kunden aber nicht gerade um die Ecke wohnen, müssen sie dies leider oft selbst machen. Dies ist aber gar nicht so schwer wie es aussieht, man muss nur ein paar Spielregeln beachten.
Man braucht: Einen kleinen Hammer, am besten nicht über 250 Gramm. Eine nicht so grobe Flach- oder Halbrundfeile. Eine Beißzange oder Seitenschneider. Eine feste Unterlage auf der man klopfen kann. Das kann ein Schraubstöckchen sein, es reicht auch ein Stahlklötzchen oder größerer Hammer.
Nietpins werden oft mitgeliefert. Sollten sie trotz etwas Sorgfalt nicht
reichen, so kann zusätzlich verwendet werden: Messingnägel 1,2 mm für kleine
Beschläge die nicht besonders mechanisch belastet werden. Messingnägel 1,6 mm
für Teile die schon etwas Belastung aushalten müssen, wie z.B. schwerere
Riemenzungen, aber auch schon für Schnallen mit mindestens drei Nieten. Die Nägel
sind in jedem größerem Baumarkt erhältlich. Achtung! Keine vermessingte
Stahlnägel verwenden. Sie sehen denen aus Vollmessing täuschend ähnlich und
sind aber absolut ungeeignet. Bis jetzt ging jeder Versuch in die „Hose“ Im
Zweifel eine Magnetprobe machen.
Für Nietungen, welche größere Belastung standhalten müssen, werden 2, 3 oder
4 mm Nietstifte verwendet. Bis 2 mm gibt es verwendbare Nägel noch im Baumarkt,
darüber hinaus werden sie aus dem jeweiligen Messingdraht hergestellt. Es gibt
sie nicht zu kaufen. Die mitgelieferten Pins sind in der Regel doppelt so lang
wie sie eigentlich gebraucht werden, so hat man eventuell einen zweiten Versuch.
Sollte es dennoch nicht klappen, dann bekommt man den Messingdraht der gewünschten
Stärke oft in Bastelläden mit Modellbauabteilung. Bei Stärke ab 3 mm aufwärts
gibt es zwei Qualitäten bzw. Legierungen. Wer die Wahl hat, der nehme nicht die
sogenannte Drehqualität. Es handelt sich dabei um ein sprödes MS-58 bei dem
der gewünschte Grad am Nietkopf leicht abreißen kann.
Hast man Nägel als Nieten, so werden die Löcher im Leder nicht vorgebohrt. Das
Leder in den Schnallenbeschlägen oder Riemenzunge einlegen und den Nagel von der
Vorderseite durchschlagen. Der Nagel muss fest im Leder stecken. Ist eventuell
zu groß vorgebohrt, so neigt der Niet dazu sich beim Vernieten zu verbiegen und
das aufzunietende Teil verschiebt sich. Löcher für Drahtnieten, welche nicht
wie Nägel angespitzt sind, werden mit einer Ahle oder Nagel vorgestochen und
nicht mit einer Lochzange ausgestanzt. Nur bei dicken Nieten ab 3 mm Durchmesser
darf gestanzt oder gebohrt werden. Allerdings sollte das Loch ca. 1 mm kleiner
im Durchmesser als die Niete sein.
Bei ungerader Nietanzahl (3,5,7 etc.) nehme immer erst die mittlere Nietung als
erstes vor. Damit fixiert man die Einstecklänge am besten. Dann eine äußersten
am Rand, damit die Fluch bzw. Schnallen-, Riemenzungenachse festgelegt. Dann der
Rest nach belieben. Bei nur 2 Nieten etwas sorgfältiger die erste Niete setzen.
Immer nur eine Niete einführen und sie komplett fertig machen. Nicht versuchen gleich mehrere Nieten einzuschlagen und dann von der Rückseite zu
vernieten. Verschiebt sich beim Vernieten dann etwas, kann man es kaum noch
richten.
Wenn die Niete eingeschlagen ist, wird auf der Rückseite soviel abgezwickt,
dass ca. noch 2 mm überstehen. Bei manchen Zangen wird es automatisch etwas
mehr, Vorsicht, sollte es weniger sein. Der Draht ist jetzt dachförmig
abgequetscht. Daraus lässt sich kein schöner Nietkopf hämmern. Es muss vorher
der Draht schön gerade gefeilt werden. Die Oberfläche sollte nun ca. 1 mm mit
ebener Fläche über den ganzen Drahtdurchmesser überstehen.
Jetzt wird das Ganze auf eine harte
Unterlage gelegt und mit leichten Schlägen rundum einen Grad an die Niete
geklopft. Lieber viele kleine Schläge als wenige feste. Mit etwas Übung
entsteht ein schöner, halbrunder Nietkopf ohne den fertigen Nietkopf auf der
Vorderseite platt zu schlagen. Da es bei Profis nicht immer genau hinhaut, ist
es besser anschließend mit einem Schmirgelpapier überstehende scharfe Grade
abzuschleifen, damit an der Gewandung keine Fäden gezogen werden.
Nur keine Panik oder Hektik, gut Ding will Weil und wer es einigermaßen einmal
drauf hat, befestigt eine Schnalle in weniger als 10 Minuten.
Viel Glück
Jo
Zur Verfügung gestellt von Joachim Walther.