Aus dem 15. Jahrhundert stammt das Nürnberger Kunstbuch aus dem Dominikanerinnenkloster St. Katharina, welches heute in der Nürnberger Stadtbibliothek zu finden ist.
Neben Vorschriften für die Herstellung von liturgischen Gewändern und Pigmenten für Malerei und Drucke enthält es auch Rezepturen für die Textilfärberei.
In dieser Handschrift werden folgende Pflanzenfarbstoffe genannt:
Die folgenden Pflanzenstoffe führt eine weitere Schrift, das Oberdeutsche Färbebüchlein, jetzt in der Bayrischen Staatsbibliothek, auf
Dies sind natürlich nicht die einzigen verwendeten Pflanzen, daneben wurde noch das Veilchen (Viola odorata) verwendet, dessen Blütenblätter auf Alaunbeizende Wolle violett färben. Für Rottöne wurden die Blätter des wilden Apfelbaumes, und desweiteren auch die Wurzeln verschiedener Typen von Pflanzenbäumen verwendet.
Für Gelbtöne standen Gerbersumach oder Schmack (= Blätter, Blattstiele und kleine Zweige von Rhus coriaria), die Rinde dieses Strauches und die von jungen Apfelbäumen zur Verfügung. Bräunlich färbten Wolle die Blätter des Schwarzen Nachtschattens (Solanum nigrum), Graugrün erhält man aus den Blättern der Weinraute (Ruta graveolens), und Lingusterbeeren färben Wolle auf Kupferbeize olivgrün.