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Lexikon des Grobmittelalters

  • Schaukampf
  • Mehr oder weniger spektakuläres Gedengel, welches von sehr einfach strukturierten Persönlichkeiten ausgeführt wird. Der Schaukampf dient dem Zweck der Selbstinszenierung und stellt eine Gefahr für die Öffentlichkeit und die Kämpfer dar.
  • Schellenbänder
  • Kleine Glöckchen die mit Hilfe eines Lederbändchens am Fußgelenk befestigt werden und zu dessen Tragen so ziemlich jeder im Mittelalter verpflichtet war.
  • Schildwall
  • Pseudomilitärisches Auftreten von Individualisten. Dient im Gruppenkampf zur Verteidigung. Soll vor gegnerischen Schwertern schützen. Wird aber oft durch den unsachgemäßen Gebrauch von Befehlen zur Gefahr für die Mitglieder des Schildwalls.
  • Schlacht
  • Freies Prügel auf einem Feld, oft auch Feld der Ehre genannt. Männer spielen hier Krieg ohne wirklich Blut sehen zu müssen, fließt Blut wird die Schlacht durch einen Sani unterbrochen. Hier können Ritter beim zünftigen Schwertauflegen zeigen, dass Sie echte Männer sind. Merke: Die meisten Ritter waren nie bei einer Armee und würde vermutlich in einer richtigen Schlacht nach der Mama rufen.
  • Schlachtdarstellung
  • Militärhistorische Darstellung die oft durch Missachtung der Befehlskette zum müden Abklatsch wird und dann eher an einen Debatierklub erinnert als an die darzustellenden militärischen Einheiten in Aktion.
  • Schnürlederjeans
  • Beliebtes Kleidungsstück bei Einsteigern. Kann durch seine lange Haltbarkeit über Jahre hinweg getragen werden. Wird gerne in der schicken zeitlosen Kombination mit Piratenhemden getragen.
  • Schottenrock
  • Keine Musikrichtung, sondern ein Kleidungsstück, unter welchen der Träger für gewöhnlich aus Sparsamkeit nichts trägt. Siehe auch Kilt.
  • Schupfnudeln
  • Krauthaltige Teigwaren die in essbaren Keksschalen auf diversen Märkten serviert werden, wobei der geschmackliche Unterschied zwischen den Schupfnudeln und ihrer Verpackung fließend ist.
  • Schwedenfeuer
  • Kein Schwede auf dem Scheiterhaufen, aber vom Geruch durchaus zu vergleichen. Mittels Fichtenmoped (Kettensäge) eingekerbter Holzstamm der zur Licht- und Wärmegewinnung aufrecht stehend, von innen heraus abgebrannt wird. Historisch äußerst bedenklich, trägt aber wesentlich zum Ambiente mit bei. Wahrscheinlich ein Grund für Zwistigkeiten einiger Mittelaltergruppen.
  • Schweißerhandschuh
  • Unverzichtbares Ausrüstungsteil für alle Schwertkämpfer zum Aufbau eines mentalen Sicherheitsgefühls in Bezug auf die Unfallverhütung.
  • Schwert
  • Martialischer mittelalterlicher Gegenstand, der selten unter 3 kg gewogen hat. Auch Flachstahl genannt. Waffe die mittels Wucht und Schwung einem Gegner sehr weh tun kann. Bei unkorrekter Handhabung durchaus auch dem Träger des Schwertes. Wird oft von echten Männern geführt.
  • Sitzritter
  • Tapferer Recke oder Ritter, welcher durch das Alter oder das Bier sehr gebeugt ist. Kann unter der Last der herumgeschleppten Ausrüstung nicht mehr gehen und mutiert deshalb zu einem Sitzritter. Beschäftigt sich mit trinken, essen und Odinbrüllen.
  • Streitross
  • Kriegspferd. Ist meist tot, Verwundet oder wurde gestohlen.
  • Strohballen
  • Neben dem Wikingerstuhl die wohl einzig authentische Sitzgelegenheit des Mittelalters.
  • Stuntshow, historisch
  • Dient zum produzieren der eigenen Männlichkeit vor Publikum, allerdings findet in den letzten Jahren eine Veränderung statt und man bekommt auch immer öfters die emanzipierte Weiblichkeit vorgeführt.
  • Söldner
  • Im Mittelalter hochbezahlte Spezialisten, welche das Kriegshandwerk verkauften. Schweizer taten und tun sich heute noch darin hervor. Z.b. in der Schweizer Garde. Im heutigen Mittelalter, zerlumpte Gestalten, die es auch beim völlig zugedrückten Augen nicht schaffen als Ritter durchzugehen.
  • Tabak
  • Gastgeschenk das seefahrende Wikinger bei der Entdeckung Amerikas von der dortigen Urbevölkerung erhalten haben und somit in Form von Zigaretten zu jeder anständigen Wikingerdarstellung dazugehört. Der Tabak setzte anschließend über Haithabu seinen Siegeszug durch ganz Europa an und ist somit für jede mittelalterliche Darstellung denkbar.
  • Talhoffer
  • Deutscher Fechtmeister des 15. Jhdt. Wird grundsätzlich bemüht wenn es darum geht tiefergehende Kenntnisse im Schwertkampf vorzutäuschen. Achtung Merke: Der Besitz eines Fechtbuches macht noch lange nicht zum Meister. Das Anwenden dieser Techniken in der Schlacht oder beim Gedengel enden zu 99% in einem Blutbad.
  • Taschendrachen
  • Mechanisches Gerät, welches mittels eines sich drehenden Metallstückes, Gas und eines Feuersteines Feuer erzeugt. Wird von weniger geübten Personen gerne als Ersatz für Schlageisen, Feuerstein und Zunder verwendet.
  • Tempus-Vivit
  • Die Adresse im Mittelalter, wird langsam aber immer mehr von sogenannten Authentikpäpsten überflutet.
  • Topfhelm
  • Kriegerische Kopfbedeckung des Hochmittelalters. Hat eine nicht unerhebliche Ähnlichkeit mit einem Sikumatikkochtopf. Deshalb der Name. Diese Kopfbedeckung wird sehr oft auf den Köpfen höchst zweifelhafter Gestalten gesehen die sich Odin und Ragnar brüllend in die Schlacht stürzen.
  • Touri Vulgaris
  • Besucher diverser Mittelalterveranstaltungen. Sehr oft mit einem höheren Bildungsniveau als die Darsteller. Der Touri Vulgaris wird immer wieder gerne beschimpft mit gleichzeitiger Ignoranz, dass dieser das Geld auf den Markt bringt.
  • Trinkhorn
  • Einziges, während des gesamten Mittelalters, zur Verfügung stehendes Trinkgefäß, das historisch korrekt nur mit Met oder Bier befüllt werden darf und dessen Inhalt zu gleichen Teilen in den Schlund des Trinkers und über die Vorderfront des selbigen fließen muss. Es darf jedoch verwundern, warum keine Löcher in Tischen gefunden wurden, da Hörner bekanntlich nicht alleine stehen. Hier greift dann allerdings die Kreativität und die experimentelle Archäologie.
  • Waffenrock
  • Auch hier keine Musikrichtung. Kleidungsstück, welches von Rittern getragen wird. Reichhaltig verziert und meist aus Baumwolle bestehend. Sollte über Gambeson und Kettenhemd getragen werden. Da diese aber bei dem duchschnittlichen armen Ritter nicht vorhanden sind, wir der Waffenrock auch gerne als Zivilkleidung getragen. Der Waffenrock ist knöchellang, weshalb Ritter in der Schlacht dazu neigen über selbigen zu fallen.
  • Waffenständer
  • Holzgestell, welches mittels einiger Seile oder zweifelhafter Nagelung zusammen gehalten wir. Der Waffenständer war auf jeder Burg zu finden. Leider ist der Nachweis heute nicht mehr möglich, da dieser nach Gebrauch im Kaminfeuer landete.
  • Wasser
  • Außer zum tränken von Vieh eine im Mittelalter verpönte Flüssigkeit. Waschen war schlecht für die Haut und getrunken wurde Met! Badehäuser sind somit als eine der übelsten Geschichtsfälschungen des Mittelalters anzusehen.
  • Wikingerstuhl
  • Zusammensteckbarer Holzstuhl. Wird für gewöhnlich in der Erfindung den Wikingern zugeschrieben. Oft von Authentikpäpsten verteufelt. So lässt sich doch durch diesen Stuhl der Nachweis der Seefahrerei der Wikinger erbringen. Der Stuhl kommt in Afrika, sowie in Amerika (Trapperstuhl) vor. Somit ist die Entdeckung der neuen Welt durch die Wikinger eindeutig nachgewiesen.
  • Xena
  • Hip gekleidete Mittelalter und Fantasydame, die oft als Modell für diverse Ausrüstungsgegenstände herangezogen wird.
  • Zigarette
  • In Papier gehüllte Tabakwaren. Wird aus dem selbigen Tabak hergestellt. Die Zigarette ist nachweisbar (siehe Tabak) und stellt damit ein authentisches Lagerassescoire dar. Lediglich von Filtern ist abzuraten, da hier bisher keine Nachweise über Filterzigaretten erbracht wurden.

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    Zur Verfügung gestellt von Steffen Zimmermann.