Fechten und Frauen
Entgegen der landläufigen Meinung, Frauen hätten in der
Geschichte nicht gefochten oder gekämpft, gibt es doch Hinweise dafür
, dass es Frauen gab, die sehr wohl mit einer Klinge umzugehen vermochten.
Dies war nicht die Regel, kam jedoch häufiger vor, als wir es uns heute
vorzustellen vermögen. So war es fast selbstverständlich das Frauen bei
der Verteidigung von Städten aktiv mitkämpften. Allerdings waren es wohl
nur Frauen von Adel oder aber im krasse Gegensatz Frauen der untersten
Schicht, so z.B. Gesetzlose und Trossfrauen, möglich die Fechtkunst zu
erlernen.
Einige Beispiele für kämpfende Frauen:
- Saxo Gramaticus berichtet von einigen hundert Däninen, die in der Schlacht
von Bravalla in 10.Jhd. ihren schwedischen Feinden barbusig entgegenstürmten.
Er schrieb zudem in seinem Buch "über die Dänen" von Dänischen Frauen im 12.
Jahrhundert, die sich wie Männer anzogen und ihr Leben der Kriegskunst
widmeten
- Königin Urraca von Aragon kontrollierte große Teile Spaniens und starb
1111 auf den Schlachtfeld
- Eleanore von Aquitanien - die selber 1000 Ritter/Soldaten (davon 300
Frauen) in den 2.Kreuzzug (1146) führte - der Historiker Nicetas beschrieb sie
bei ihrer Durchreise in Griechenland - sowohl von Cristlicher als auch
Moslemischer Seite wird die aktive Teilnahme von Europäischen Frauen an den
Kreuzzügen erwähnt
- Im 13.Jhd. war es Krüppeln, Geistlichen und Frauen gestattet sich bei
Duellen für Recht oder Reputation vertreten zu lassen. Dennoch traten viele
Frauen selbst an. In einem dokumentierten Fall aus Deutschland(1228) gewann
die Frau.
- Die Historikerin Bebel Gerritsen beschreibt kämpfende Frauen im 14. und
15. Jahrhundert die zusammen mit Musikern, reisenden Gelehrten und Geistlichen
durch die Lande zogen oder in Sölderarmeen ihre eigende Division bildeten
- Jeanne d`arc (1450) die wohl bekannteste kämpfende Frau. Sie soll jedoch
nie jemanden getötet haben.
- Jeanne de la Hachette(frz. für handbeil)spielte eine wichtige Rolle bei
der Verteidigung von Beauvais gegen Karl den Kühnen
- Katarina Sforza - die Amazone Italiens 1463-1509. Man beschrieb sie als
„Mannweib“, als rücksichtslose, herrschsüchtige, stolze und sehr mutige Frau,
die an ihrer Seite stets den Männergürtel und das Sichelmesser trug.
- Mary Read und Anne Bonny Piratinen im 18.Jahrhundert
- Gabrielle-Emilie de Breteuil, Voltaires Gefährtin, über die Casanova im
18.Jhd. in seine Memoiren notierte: Sie reitet und schwingt den Degen wie ein
Husar (...) ich habe keine Lust mit ihr die Klinge zu kreuzen.
Zur Verfügung gestellt von Bundtschuh