Konrad von Boyneburg

Der 1494 geborene, aus einem hessischen Rittergeschlecht stammende Boyneburg (auch als Bemelberg bekannt) zog schon 1504 zum kaiserlichen Heer und diente während des Landshuter Erbfolgekrieges 1504/05 als „Junker“ auf Württemberger Seite (Württemberg stellte für Maximilian I ein Aufgebot, siehe Regesta Imperii) anschließend zog er 1505 mit dem kaiserlichen Heer gegen Venedig. 1523 siegte er bei Mailand und nahm Lodi, Cremona und Genua ein. 1524 wurde er in Pavia mit eingeschlossen, damals erfolgte seine Ernennung zu Frundsberg Generallieutenant, mit den ihm eine enge Freundschaft verband.
Nachdem er vor Mantua den Herzog von Urbino besiegt hatte, zog er unter Karl von Bourbon gegen Rom. Als im März 1526 Frundsberg ein Schlaganfall traf, übernahm Boyneburg den Oberbefehl über 35 Fähnlein Landsknechte mit denen er die Vororte Janiculum und St. Spitito von Rom stürmte. Anschließend erstürmte er mit 30 Fähnlein die Sixtusbrücke, die unter dem Feuer der Kanonen der Engelsburg lag.
Da man den deutschen Landsknechten den Sold vorenthielt und ihnen verbot zu plündern, brach unter ihnen ein Aufruhr los, der selbst über diese Mißstände empörte Boyneburg sah sich außerstande seine Landsknechte zu beruhigen und legte daraufhin den Oberbefehl nieder. Die daraufhin folgenden Plünderungen und Zerstörungen wurden als die schlimmsten bezeichnet, die Rom seit dem Untergang des römischen Reiches erlebt hatte.
1530 kehrte Boyneburg, nachdem er den Oberbefehl wieder übernommen hatte, nach Deutschland zurück und erhielt zum Dank vom Kaiser Karl V. Ehingen, Schälklingen und Berg auf Lebenszeit übertragen.
1531 und 1542 kämpfte er gegen die Türken, 1534 wurde er in Laufen im Kampf gegen Philipp von Hessen und Ulrich von Württemberg geschlagen und verwundet.
Boyneburg starb 1567 auf seinem Schloß in Schälklingen

 


von Jürgen Ludwig

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