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Daraufhin trennte sich Florian Geyer mit seiner schwarzen Schar vom hellen
Haufen und durchstreifte die Neckargegend, wo er Schlösser und Niederlassungen
der Geistlichkeit ("Pfaffennester") zerstörte.
Der Rest des hellen Haufens zog zunächst zur mächtigen und freien Reichsstadt
Heilbronn, welche Georg Metzler und Jäcklein Rohrbach noch am selben Tag (also
der 17. April) in Besitz nahmen. Heilbronn sollte das Zentrum der
Bauernbewegung werden, welches die einzelnen Haufen koordinieren und zu welchem
auch Delegierte geschickt werden sollte, wozu es jedoch nie richtig kam. Die
Bauern zogen nach Hinterlassen einer kleineren Besatzung schon am 22. April zum
Odenwald, wo ihnen zwei Tage später Götz von Berlichingen beitreten und das
Oberkommando über den hellen Haufen übernehmen mußte. Georg Metzler und Götz
von Berlichingen zogen nun in die Gegend von Mainz, wo sie die Schlösser des
Adel, wenn er sich ihnen anschloß, verschonten und nur die Klöster zerstörten.
Nach Engels Meinung waren allerdings die "energischsten Leute" fort,
denn nach Florian Geyer hatte auch Jäcklein Rohrbach, der über den Grafen
Ludwig Gericht gesessen hatte, den hellen Haufen verlassen, da dieser genauso
wie Geyer nicht bei einem Haufen bleiben wollte, der mit dem Adel eine
Verständigung suchte. Diese Suche nach Verständigung wertet Engels als
"Zeichen von Demoralisation". Die Versuche Wendel Hiplers die
Kampfstärke zu verbessern, indem man Landsknechte anwerben sollte, wurden von
der Gemeindeversammlung verworfen, da sie die Beute der Plünderungen nicht
teilen wollte.
" In der Pfalz hatten sich auf beiden Rheinufern gegen Ende April
Bauernhaufen gebildet. Sie zerstörten viele Schlösser und Klöster und nahmen am
1. Mai Neustadt a.d. Haardt, nachdem die herübergekommenen Bruchrainer schon
tags vorher Speyer zu einem Vertrag gezwungen hatten. Der Marschall von Habern
konnte mit den wenigen kurfürstlichen Truppen nichts gegen sie ausrichten, und
am 10. Mai mußte der Kurfürst mit den insurgierten Bauern einen Vertrag
abschließen, in welchem er ihnen Abstellung ihrer Beschwerden auf einem Landtag
garantierte."
Ein anderes Beispiel für die Bauernaufstände ist der "helle christliche
Haufen", an dessen Spitze Matern Feuerbacher, Ratsherr von Bottwar, stand.
Dieser Führer war sehr gemäßigt, verhinderte die Vollziehung des Artikelbriefes
an den Schlössern und versuchte zwischen den Bauern und der gemäßigten
Bürgerschaft zu vermitteln. Als sich jedoch Jäcklein Rohrbach am 22. April mit
200 Mann mit dem hellen christlichen Haufen vereinigte, mußte Feuerbacher
Jäcklein Rohrbach die Führung des gemeinsamen Haufens überlassen. Nun zog das
6000 Mann starke Bauernheer nach Stuttgart und konnte es, da der Rat der Stadt
größtenteils geflohen war und ein Bürgerausschuß an die Spitz der Verwaltung
gesetzt hatte, von welchem der revolutionäre Teil die Tore öffnete, besetzen.
Hier konnte sich der helle christliche Haufen organisieren, Beute verteilen,
Verpflegung aufnehmen und Regeln festsetzen. Anschließend zog der gesamte
Haufen am 29 April 1525 nach Schorndorf und von dort nach Kirchheim unter Teck,
wo er lagerte, da er benachrichtigt worden war, das Truchseß mit seinen Truppen
nahte.
Truchseß, der nach Ulm gezogen war, um Verstärkung für den Kampf gegen die
Bauern zu bekommen, mußte einige Zeit warten, da weitere Truppen aufgrund von
Geldmangel seitens der Regierungen oder der nur wenig vorhanden Truppen im
Land, die dazu noch zur Befestigung der Schlosser unentbehrlich waren, nur
schwer zu bekommen waren. Schließlich hatte er 10.000 Mann zusammen und von
dieser Armee hing das Bestehen des Schwäbischen Bundes ab.
Truchseß wandte sich zuerst gegen den Baltringer Haufen, der sich darauf hin in
die Wälder der Schwäbischen Alb flüchtete, wo ihn Truchseß nicht weiter
verfolgte, da er dort die Reiterei und die Geschütze nicht einsetzen konnte.
Statt dessen zog er gegen den 5000 Mann starken Leipheimer Haufen, welcher sich
in gleichnamiger Stadt befand und dort Klöster und Schlösser zerstörte und sich
vorbereitete nach Ulm zu ziehen. Dessen Führer Jakob Wehe versuchte noch mit
Truchseß zu verhandeln, doch dieser griff am 4. April 1525 an, vernichtete den
Leipheimer Haufen vollständig und lies Jakob Wehe neben 3 anderen Bauernfühern
köpfen.
(Nach Engels ist diese Vorgehensweise von Truchseß Grund für die "Erbitterung" der Bauern und deren Behandlung von Graf Ludwig von Helfenstein am 17 April)
Danach zog er wiederum gegen den Baltringer Haufen, der in
die Herrschaften Waldburg, Zeil und Wolfegg eingedrungen war und dort die
Schlösser belagerte. Truchseß konnte ihn, da er zersplittert war, am 11. April
in Einzelgefechten schlagen, sodass sich auch dieser Haufen vollständig
auflöste. Als er gegen den Seehaufen ziehen wollte, bestand dieser 10.000
starke Haufen jedoch das Gefecht. Als Truchseß hörte, dass auch noch der
Allgäuer und Hegauer Haufen im Anmarsch waren, beschloß er am 17. April einen
Vertrag mit diesen Bauernheeren zu schließen, den die Führer der Heere auch
annahmen. Dieser Zug von Truchseß rettete ihn laut Engels, da er sonst mit
seiner vergleichsweise kleinen Armee zwischen den drei Haufen, die zusammen
25.000 bis 30.000 Mann stark waren, verloren gewesen wäre.
So jedoch konnte er nach Württemberg ziehen, wo sich der helle christliche
Haufen, jetzt wieder unter der Führung von Matern Feuerbacher, von Kirchheim
unter Teck nach Böblingen gezogen war und inzwischen noch bedeutenden Zulauf
aus der Region bekommen hatte. Als Truchseß die Stärke des Bauernheeres
erkannte, schloß er wiederum einen Waffenstillstand mit den Bauern, überfiel
sie jedoch trotzdem am 12. Mai und zwang sie zu einer Endscheidungsschlacht,
die sie teils mangelnder Disziplin, aber auch durch Verrat der Böblinger
Bürgerschaft verloren. Feuerbacher konnte fliehen, Jäcklein wurde auf grausame
Weise umgebracht. Nach dieser Böblinger Niederlage breitete sich unter den
Aufständischen im ganzen Gebiet Angst aus und die Reichsstädte, die von den
Bauern bedrängt worden waren, atmeten erleichtert auf. So suchte zum Beispiel
Heilbronn als erste Stadt die Versöhnung mit dem Schwäbischen Bund. Und während
die Bauern in Heilbronn mit Wendel Hipler über eine Reichsreform debattierten,
schickten die Bürgerschaft und die patrizischen Familien Boten zu Truchseß, um
wegen der Übergabe der Stadt zu verhandeln. Durch diesen Verrat, mußte Wendel
Hipler mit den Bauern aus Heilbronn nach Würzburg fliehen. Anschließend errang
Truchseß ein Sieg über die Bauern nach dem anderen. Oft wurden die Bauern von
ihren Verbündeten wie zum Beispiel manchen Städten verraten oder
fehlinformiert, was sie dann in Angst und Schrecken versetzte, sodass sie
auseinanderliefen und dann einzeln von der Reiterei von den Heeren von Truchseß
niedergemacht werden konnten. Abgesehen davon sank die Moral in den einzelnen,
schlecht geführten Bauernhaufen, sodass immer mehr Bauern die Heere verließen,
um nach Hause zurückzukehren.
In Würzburg zum Beispiel, wo sich 5000 Bauern befanden, öffnete der Rat der
Stadt am 7. Juni nach heimlicher Absprache mit Truchseß die Tore, sodass dieser
ohne Gegenwehr einmarschieren, den letzten fränkischen Bauernhaufen entwaffnen
und sämtliche Führer gefangen nehmen konnte. Bei dem Allgäuer Haufen, der sich
am längsten hielt, entschied ebenfalls Verrat am Ende die Schlacht, weil sich
einige Hauptleute und Geschützmeister von Truchseß kaufen ließen, um
anschließend den Pulvervorrat zu verbrennen und den Bauernhaufen, strategisch
in eine solche Lage zu bringen, dass er von Truchseß besiegt werden konnte. Als
sich dann ein Teil der versprengten Truppenteile der Bauern wieder sammelte und
verschanzte, ließ Truchseß fast 200 Dörfer in der Umgebung niederbrennen und
schnitt ihnen den Nachschub ab, sodass die Bauern im Angesicht ihrer brennenden
Häuser und vor Hunger kapitulierten.
Mit der Niederlage des Allgäuer Haufens war laut Engels der
Schwäbisch-fränkische Bauernkrieg beendet.
Zusammenfassung: Der deutsche Bauernkrieg begann am 14 August 1524. Wichtige Bauernführer waren Wendel Hipler, Florian Geyer, Georg Metzler, Jäcklein Rohrbach und Götz von Berlichingen. Diese alle führten Bauernheere, die sehr unterschiedlich ausgerüstet und jeweils von 5000 bis 15.000 Mann stark waren. Der Schwäbische Bund war durch das Heer von Truchseß Waldburg vertreten, der maßgeblich die Niederschlagung der schwäbischen und fränkischen Aufstände bewerkstelligte.
V. Der thüringische, elsässische und österreichische
Bauernkrieg:
Dieser verlief in Prinzip ähnlich wie der oben geschilderte, jedoch in
kleineren Dimensionen. Außerdem war Thomas Münzer an der Organisation
beteiligt, der nach den ersten Aufständen in Schwaben nach Thüringen geeilt
war, wo er in der freien Reichstadt Mühlhausen seine Zentrale errichtete.
Überall in Thüringen, Hessen, Sachsen und in der Harzgegend fanden sich seine
Anhänger. Am 17 März 1525 fand in Mühlhausen eine Revolution statt, in der der
Stadtrat abgesetzt und die Regierung in die Hände eines neugewählten
"ewigen " Rats gelegt wurde, dessen Vorsitz Thomas Münzer inne hatte.
Nach diesem Ereignis schlossen sich die Bauern in den eben genannten Gebieten
zu Haufen zusammen und verbrannten Schlösser und Klöster. Münzer wurde im
großen und ganzen als Führer der gesamten Bewegung anerkannt. Ende April, als
sich die Fürsten von ihrer anfänglichen Ratlosigkeit erholt hatten, gelang es
dem Landgrafen Philipp die größten Teile des Gebietes wieder in seine Gewalt zu
bringen und zog dann nach Mühlhausen, wo Münzer etwa 8000 Mann beisammen hatte.
Nach der Taktik von Truchseß schloß auch Philipp einen Waffenstillstand, den
auch er nicht hielt, sodass er Mühlhausen einnehmen konnte. Münzer wurde im
Alter von etwa 28 Jahren hingerichtet. Mühlhausen verlor seine Reichsfreiheit
und wurde den sächsischen Ländern untergeordnet.
Im Elsaß brach der Aufstand später los als auf der rechten Rheinseite (18.
April erste Klosterplünderung), doch wurde er hier von den Franzosen, die eine
Restauration der Adelsherrschaft vollzogen, schnell beendet.
Auch die Bauernaufstände in den österreichischen Alpenländern, im Bistum
Salzburg, in der Steiermark, Oberösterreich, Kärnten und Krain, die zum Teil
auch Verträge abtrotzen konnten, welche allerdings nie lange von der Obrigkeit
eingehalten wurden, scheiterten allesamt.
VI. Folgen des Bauernkriegs:
Damit war der Bauernkrieg im Prinzip beendet, bleiben aber noch die Folgen zu
klären: Die Bauern wurden wieder unter die Botmäßigkeit ihrer geistlichen,
adligen oder patrizischen Herren gebracht. Kurzzeitig verschlimmerte sich die
Lage der Bauern, da sie meist die Brandschatzungen bezahlen mußten, langfristig
änderte sie sich nicht, obgleich sich eine Menge Höriger in die Leibeigenschaft
fügen mußten und mache wohlhabenderen Mittelbauern ruiniert waren. Nach Engels
jedoch schadeten die Religionskriege und letztlich der Dreißigjährige Krieg der
Bevölkerung weit mehr.
Die meisten Nachteile durch den Bauernkrieg hatte die Geistlichkeit, denn sie
hatte sich am wenigsten zur Wehr setzen können und die anderen Stände hatten
von der gewaltsamen Säkularisierung nur profitiert, sodass diese an einer
Beibehaltung der jetzigen Lage interessiert waren. Das Ansehen des Adels war
ebenfalls beschädigt worden, da er nur durch die Truppen der Fürsten gerettet
worden war. Diese (die Fürsten) bezeichnet Engels als eigentliche Gewinner des
Bauernkrieges, da ihr Einfluß gestiegen und auf längere Zeit gesichert war.
VII. Einfluß der Reformation auf den Bauernkrieg:
Bisher habe ich den Einfluß von Martin Luther und Thomas Münzer auf den
Bauernkrieg vernachlässigt:
Wie schon eingangs erwähnt, fanden die Vorläufer unter einer anderen
Legitimation bzw. Begründung seitens der Bauern statt als der große Bauernkrieg
selbst. Bei den früheren Aufständen wollten sich die Bauern gegen eine
Verschlimmerung ihrer Lage oder gegen die Leibeigenschaft wehren, indem sie
sich auf das "gute, alte Recht" beriefen (entweder das Recht, wie es
vor einer Verschlimmerung der Lage wie zum Beispiel eine Abgabenerhöhung
bestand hatte, oder das Recht wie es bei den Germanen galt, als die Bauern frei
und den Adligen nur zur Gefolgschaft verpflichtet waren).
Eine Vielzahl der im großen Bauernkrieg erhobenen Forderungen war also schon
vor Martin Luther existent. Diesmal jedoch war die Begründung neu, denn jetzt
ging es den Bauern und ihren Führern, unter welchen sich viele Theologen (vgl.
I) befanden, um die Wiederherstellung des göttlichen Rechts, was sich auch in
ihren 12 Artikeln widerspiegelt, in welchen sie die Aufhebung der
Leibeigenschaft, Zuständigkeit der bäuerlichen Gemeinde für Gericht und Verwaltung
und auch für die Ein- und Absetzung des Pfarrers, und schließlich die Verfügung
über den Zehnten für die Besoldung des Pfarrers und die Armenfürsorge fordern.
Dass sich auf die Bibel beziehen, wird im 12. Artikel deutlich, in welchem sie
sagen, dass sie von den Artikeln abstand nehmen wollen, bei welchen man ihnen
anhand der Heiligen Schrift nachweisen könne, dass sie wider Gottes Willen
sind. Insbesondere bei der Abschaffung der Leibeigenschaft beziehen sich viele
auf die Veröffentlichung Martin Luthers "Von der Freiheit eines
Christenmenschen".
Martin Luther allerdings war die Art, wie man politische und soziale
Forderungen aus der Bibel ableitete ein "Greuel", denn seiner Meinung
nach könne jeder Mensch christlich frei sein, unabhängig davon ob er sich
im Zustand der Leibeigenschaft oder der Gefangenschaft befindet, also die
äußere Freiheit besitzt. Für ihn wurde mit den 12 Artikeln das Evangelium
"fleischlich" mißverstanden. Trotzdem forderte er in seiner Schrift
"Vermahnung zum Frieden" beide Seiten zu einem Kompromiß auf. Als er
jedoch vom gewalttätigen Vorgehen der Bauern, vor allem im Umkreis von Thomas
Münzer, hörte, bestärkte dies ihn in seiner Meinung, dass bei der menschlichen
Tücke und Bosheit das Reich Gottes, welches Thomas Münzer immer zu
errichten versuchte, nicht ohne ein "strafendes Schwert" auf Erden
errichtet werden könne. Deshalb habe Gott ein "weltliches Regiment"
errichtet, um das Zusammenleben der Menschen zu gewährleisten. Dieser Obrigkeit
sei jedermann Gehorsam schuldig, selbst wenn diese einmal ihre Macht
ungerecht ausüben sollte. Widerstand dürfe man höchstens mit Worten, nie aber
mit Gewalt leisten. Da die Bauern dagegen jedoch eindeutig verstoßen hatten,
ergriff Luther in seiner Schrift "Wider die räuberischen und mörderischen
Rotten der Bauern" eindeutig Partei für das Vorgehen der Fürsten.
Diese Obrigkeitslehre Luthers, die sich auf Römer 13,1 stützt ("es ist
keine Obrigkeit, die nicht von Gott verordnet ist") wird von unserem
Geschichtsbuch der Oberstufe für die "Schwierigkeiten der Deutschen auf
dem Weg zur Demokratie mitverantwortlich gemacht". Die Bedeutung der
Reformation auf den Bauernkrieg schätzt es aufgrund der früheren
Bauernaufstände eher gering ein.
Um noch kurz auf Thomas Münzer zu sprechen zu kommen, der von Luther als
Erzteufel von Mühlhausen (von wo er die Bauernaufstände in Thüringen und
Umgebung leitete, vgl. V) bezeichnet wurde:
Münzer war ein Revolutionär, der die Möglichkeit gesehen hatte, seine
Vorstellungen zur Errichtung eines neuen Gottesreiches auf Erden zu
verwirklichen, indem die bestehende Adels- und Fürstengewalt beseitigt, alle
Besitz- und Rangunterschiede aufgehoben werden sollten. Dann könne der wahre
Glauben das Gottesreich auf Erden verwirklichen und alle Menschen in Gleichheit
und Brüderlichkeit zusammenleben. Wer sich diesem allerdings widersetzte sollte
als Gegner der wahren Gottesherrschaft vernichtet werden.
So gesehen war die Welt für ihn zweigeteilt in Auserwählte, die den rechten
Glauben haben und in Gottlose, die es zu bekämpfen galt. Zu diesen zählten z.B.
die Fürsten, da sie dem Volk keine Gelegenheit gaben, lesen zu lernen und damit
zum rechten Glauben zu finden. Jedoch wurde Thomas Münzer schon im Alter von 28
Jahren (die Lebenserwartung war im Mittelalter allerdings auch geringer), nach
der Einnahme von Mühlhausen durch fürstliche Truppen (vgl. oben) gefoltert und
hingerichtet.
VIII. Quellenkritik:
Da sich die Teile I bis VI des Referats eng an die Schrift
"Der deutsche Bauernkrieg" von Friedrich Engels anlehnt, werde ich
diese näher erklären:
Engels, der mit Karl Marx 1848 das "Kommunistische Manifest" verfaßte
und damit dem linken politischen Bereich zuzuordnen ist, dürfte die deskriptive
Schrift über den Bauernkrieg, eine Sekundärquelle, die nun selbst ein
historisches Dokument geworden ist, aus Gründen der Tradition verfaßt haben, da
er größtenteils kritisch und im gesamten glaubwürdig berichtet. Die groben
Abläufe lassen sich in den unten erwähnten Quellen nachprüfen.
Dennoch ergeben sich geringe Widersprüche:
Unser Geschichtsbuch 8.Klasse sagt, dass es eine Ausnahme war "wenn -wie
zu Ostern 1525 in Weinsberg- die adligen Herren durch die Spieße der Bauern des
Odenwälder Haufens gejagt
wurden"(s.176). Sowohl bei Engels als auch in den Karten von Wilhelm
Zimmermann kommt der "Odenwälder Haufen" jedoch gar nicht vor. Statt
dessen ist vom "hellen Haufen" die Rede, was mir glaubwürdiger
erscheint.
Was aber die (wirtschaftliche) Lage der Bauern vor dem Aufstand angeht, so läßt
Engels diese undifferenziert in einem sehr düsteren Licht erscheinen. Das
Geschichtsbuch 8. Klasse ist der Meinung, dass "die wirtschaftliche
Situation auf dem Lande äußerst verschieden war", denn "Bilder und
Darstellungen aus dieser Zeit berichten von Schlemmereien auf Bauernhochzeiten,
von Wohlleben und teuerer Kleidung mancher Bauern", jedoch gäbe es
"auch viele zeitgenössische Zeugnisse bitterster Armut, Eintönigkeit der
täglichen Speise, ja des Hungerleidens von Bauern anderswo"(s.176).
Der dtv-Atlas zur Weltgeschichte meint dazu: "Durch sicheren Absatz ihrer
Produkte wohlhabend und infolge der Landsknechts-Taktik wieder wehrhaft und
selbstbewußt geworden, wehren sich die Bauern... gegen den Geld- und Frondruck
verarmter Grundherren" Diese doch recht positiv beschriebene Lage der
Bauern erscheint mir etwas übertrieben, sodass ich für mich die Aussage des
Geschichtsbuchs übernommen habe.
IX Quellenangaben:
Zur Quelle/ den Quellen: Das Referat ergibt sich, wie oben schon erwähnt,
größtenteils aus der Schrift "Der deutsche Bauernkrieg" von Friedrich
Engels, welche von der Internetseite www.felix2.f2s.com///deutsch/html
index kostenlos heruntergeladen werden kann. Des weiteren habe ich das
Geschichtsbuch der 8.Klasse ("Geschichte und Geschehen 8", Ernst
Klett Schulbuchverlag, Stuttgart 1988) und der 11.Klasse ("Geschichte und
Geschehen I Oberstufe, Ausgabe A, Ernst Klett Schulbuchverlag, Leipzig 1997)
benutzt, um zu ergänzen oder zu strukturieren.
Außerdem liefert (der "dtv- Atlas zur Weltgeschichte Band 1 von den
Anfängen bis zur Französischen Revolution", Deutscher Taschenbuch Verlag,
München 1964) eine Karte und die wichtigsten Daten. "Der grosse Deutsche
Bauernkrieg" von Wilhelm Zimmermann, Dietz Verlag, Berlin 1982 half bei der
Klärung mir unklarer Abläufe.
Zur Verfügung gestellt von Jan Christoph