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Nestelhülsen

Als erstes zeichnen wir auf den Klebeetiketten die Abwicklung der Hülse auf. Auf Klebeetiketten deshalb, da hier die Aufzeichnung sehr fein gehalten werden kann und nicht beim Schneiden verwischt. Stifte, die fest auf Metall haften haben oft einen sehr breiten Strich. Die spitze Seite (Maß B) hat bei einer Blechdicke von 0,5 mm immer ca. 2 mm. Die Breite Seite ( Maß A) berechnet sich nach dem Durchmesser der Kordel plus 2 mal Blechstärke mal 3,14 wie einmal in der Schule gelehrt. In unserem Bespiel: 3 mm plus 2 mal 0,5 mm= 4 mm mal 3,14 = 12,6 mm. Die Länge des Rohlings (Maß C) beträgt nach unserer Faustformel 3 mal 10 mm= 3 cm. Die Zähne am Rand sollen etwa so hoch sein wie der halbe Durchmesser der Hülse, somit ca. 2 mm. Die Anzahl der Zähne ist der Geschicklichkeit des Einzelnen überlassen, es sollten allerdings nicht weniger als vier sein. Um möglichst wenig Verschnitt zu haben kann man mehrere Rohlinge im Links-rechts-Wechsel aufzeichnen.

Die fertige Aufzeichnung kleben wir auf das gereinigte Blech. Fett und Staub lassen das Klebeetikett schlecht haften und es kann beim Schneiden verrutschen.

Mit der Schere schneiden wir die Rohlinge aus. Die Zähne erfordern schon etwas Geschick. Da sich die Rohlinge beim Schneiden verbiegen, werden sie mit dem Hammer mit leichten Schlägen wieder gerade geklopft. Wer dazu neigt, meist zu fest zu hämmern und Dellen produziert, der kann ein Stück Abfallblech dazwischen legen.

Sind alle Rohlinge ausgeschnitten, werden sie geglüht. Das ist unerlässlich, da die Bleche in der Regel glattgewalzt sind und somit verhärtet. Das Glühen macht sie wieder geschmeidig für die nächsten Arbeitsgänge. Dazu kommt, das beim Glühen das Klebeetikett rückstandsfrei abbrennt und das oft mühsame Abkratzen entfällt. Wer nicht warten will bis die Stücke abgekühlt sind, kann sie im Wasser abschrecken. Kupferlegierungen neigen nicht zum Verhärten wie es Stahl machen würde. Sie bleiben weich. Ein Glühen vor dem Schneiden würde zwar weniger Kraftaufwand zum Trennen der Bleche erfordern, aber harte Bleche lassen sich präziser schneiden und verbiegen sich dabei weniger. Da sie dann wieder beim gerade hämmern dabei hart werden, müssten sie ein zweites mal geglüht werden.

Im nächsten Arbeitsgang werden die Streifen in den halben Bohrungen am Holzklötzchen mit dem Hammer vorgebogen bis sie ca. halb rund sind. Am spitzen Ende ist das etwas schwieriger. Man kann sich etwas behelfen, in dem man einen Nagel einlegt und damit die Rundung herstellt. Dabei aber nicht den Dorn verwenden, denn wenn er sich dabei verbiegt ist er für den weiteren Arbeitsgang unbrauchbar.

Dann wird auf dem Amboss frei, weiter vorsichtig zusammengebogen bis der Dorn einen gewissen Halt hat und nicht mehr seitlich herausfällt. Jetzt kann mit leichten Hammerschlägen das Blech um den Dorn gebogen werden bis sich der Spalt schließt. Schließt sich der Spalt nicht und der Dorn sitzt fest, diesen etwas herausziehen und nachhämmern.

Passt alles, dann ist der Spalt geschlossen und ist beim darüber streichen kein Absatz mehr zu spüren. Ist noch eine Kante vorhanden die sich nicht noch anhämmern lässt, dann wird sie im Ausnahmefall leicht abgefeilt. Noch auf dem Dorn zur besseren Handhabung steckend, wird die Hülse jetzt abgeschmirgelt und mit Stahlwolle abgerieben. Wer es zu Verfügung hat kann auch mit einer Polierscheibe und -paste an der Bohrmaschine den Hülsen den letzten "Schliff" geben.

Die Hülsen sind jetzt fertig zur Montage.

Wir nehmen jetzt unser Stahlplättchen und legen es mit der Senkung nach oben auf die ebenfalls geschlitzte Bohrung des Holzklötzchens. Dann stecken wir die Kordel in die Hülse und biegen mit einem Nagel, der Feile oder einem Schraubendreher die Zähne so gut es geht leicht nach innen. Danach stecken wir die Hülse mit den Zähnen nach unten in die Senkung im Stahlplättchen. Die Kordel führen wir durch die eingesägten Schlitze. Mit leichten Hammerschlägen auf die Spitze der Hülse biegen wir die Zähne weiter nach innen. Dabei die Hülse drehen, damit die Zähne, die im Schlitz liegen, ebenfalls gebogen werden. Wie weit sich die Zähne nach innen biegen liegt an der Oberflächenstruktur und Festigkeit der Kordel, daher ist es Ermessungssache wie weit sie eingebogen sein müssen um einen gesicherten Halt der Kordel zu gewährleisten.

Viel Spaß beim werkeln.

Zur Verfügung gestellt von Joachim Walther